Dietrich Woßeng (1921 – 2016)

Dietrich Woßeng (95)
– der Atem der Zukunft –

* 05.02.1921
† 28.04.2016

Da ist ein Garten der Wunder so schön und so verwunschen wie im Märchen.
Wo Alpinum, Walhalla, Mittelweg Erde sich unter runzelblättrigen Baumkronen farnenschön,
funkiengleich und bergenienprächtig winden – altehrwürdig seit Jahrzehnten.

Entworfen hat diesen Garten einst in den 1960ern Dietrich Woßeng,
der als junger Mann im Schlosspark Branitz gelernt hat und daher wusste, wie man Formen setzt
und Blickachsen – auch wenn sie erst nach vielen Jahren zu wirken beginnen.

Die Nähe zur Natur prägte seine Kindheit als man ihn tagsüber in den Wald schickte.
Andere Kinder gab es keine – dort wo er war – und die Erwachsenen hatten zu tun.
So wird der Geist der Bäume dein Begleiter und Freund – ein Leben lang.

Dietrich gründete Familie, arbeitete als Landschaftsarchitekt.
Er war im Naturschutz, erfasste jahrzehntelang Wetterdaten, erhielt das Bundesverdienstkreuz.
Dietrich Woßeng baute auch Wein an in Thüringen. Sein bester Freund war später sein Bruder.
Ein eingeschworenes Team mit feinem Witz bei gutem Wein – aus eigenem Anbau.

Dietrich Woßeng wusste, welche Gewächse man in kontaminierte Böden setzen muss,
um sie zu neutralisieren von Giften. Er brachte es anderen bei.
Ökologisches Bewusstsein nah am Menschen, nah an der Zivilisation.
Für den Atem der Zukunft.

Dietrich Woßeng hat ein erfülltes Leben gelebt.
Manch alter Baum dort draußen in der Welt ist von ihm gepflanzt
und wird auch uns und diese Zeiten hier überdauern
– wie auch immer einst Menschen
auf sie schauen werden.
☯︎
Auch sie werden atmen.
────── ⋆⋅☆⋅⋆ ──────
Zum 10. Todestag.

Wohnorte, Wirkungsorte: Hartmannsdorf, Eisenberg, Komptendorf
Frank der Pfadbereiter

 

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