* 29. Juni 1948
† 12. April 2026
Fürchte dich nicht, ich bin mit dir;
weiche nicht, denn ich bin dein Gott.
Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich
durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.
Jesaja 41,10
Mit großer Trauer teilen wir Euch mit, dass unser Mentor und treuer Freund Gustav Krieg am Wochenende des 12. April 2026 in Leipzig verstorben ist.
Wir sind tief betroffen über den Verlust eines so außergewöhnlichen Denkers. Er war uns ein Vorbild als Musiker, Theologe und Mensch, der uns nun in die Ewigkeit vorausgegangen ist. Bis zuletzt war er klar und präsent. Er wird uns unglaublich fehlen.

Ich lernte ihn 1990 in Düsseldorf als meinen Orgellehrer kennen und schätzen.
Für ihn war ich Schwester Annette, natürlich mit Sie.
Er ermutigte mich, weiter zu studieren, sonst würde ich es später bereuen.
Leider tat ich es zugunsten meiner Familie nicht.
Aber er hatte Recht.
Ich werde ihn nicht vergessen.
Möge er in Frieden ruhen.
farewell …
Ich studierte in einer Zeit, des „Sie“. „Herr Doktor“ sagten wir als Zeichen der Sympathie. Unvergessen ist sein wunderbarer Humor: Eine neue Studentin, Daphne, wurde von ihm begrüßt: Dann sind Sie die verschollene Oper von Heinrich Schütz… – Sein Auto, Franz-Josef: „außen rot, innen schwarz“ und vieles mehr. Ich habe unfassbar viel von ihm gelernt. Er verbot mir wochenlang Sequenzen beim barocken Concerto, was meinen Horizont bedeutend weitete. Zum Fundament für klassische Improvisation brach er die Stunde an der Orgel ab, ging mit mir in die Bibliothek und empfahl Teile aus Mozarts Klavierkonzerten zu üben – natürlich in allen Tonarten. Viele kennen das „Doktor-Krieg-Bicinium“ als pädagogisch wertvolle Kurzintonation. Bei meiner Sorge, die Gemeinde durch zu komplexe Improvisationen zu verwirren sagte er nur „Ach, Sie mit Ihrer Gemeinde…“ und betonte die Freiheit der Kunst.
Aber! Vor allem! Ohne sein Votum hätte ich es nie gewagt, A-Prüfung zu machen. Ich wollte kein Musikakademiker werden, die Verbindung zu den Menschen, die mir zuhören, behalten. Er widersprach, ermutigte mich nachhaltig, mich nicht mit der kirchlichen B-Prüfung zufrieden zu geben und die staatliche A-Prüfung zu machen. Und zwar meine Version dieser Prüfung, mit allem, was ich gut kann und mit dem, was mir nicht so lag. Vielen Dank, lieber Doktor Krieg!
Unsere Orgelfahrt in die neuen Bundesländer, die Hochzeit im Halberstädter Dom, der Kontakt zum dortigen Ausbildungszentrum – rückblickend eine gute Vorbereitung auf unsere jetzige Tätikeit in Brandenburg. Ich vermisse ihn sehr – ihn persönlich und seine genialen Improvisationen.
Auch ich war Gustafs Mitschüler in Warendorf. Er ist ein Beispiel, wie unbezwingbar uns alle die Prägungen aus Kindheit und Jugend ein Leben lang begleiten. Gustaf hatte es schwer. Einzelkind in schwierigem Elternhaus, brillante musikalische Begabung (Mit „16“ spielte er uns Chopins Polonaise As-Dur op.53. Ich übte Clementi…), ein Junge ohne sportliche Begabung … Er war so früh so vielen Extremen ausgesetzt.
Auch ich verlor ihn aus den Augen, richtiger: Er verlor uns aus den Augen. Als Patient sah ich ihn in den 80ern plötzlich in meiner Praxis, freute mich, und doch verloren wir uns wieder aus den Augen.
Er war in seinem Leben zu früh verletzt. Er musste sich schützen. So war er allein.
Johannes Meier, Erich Poppenborg und ich, seine Schulkameraden, waren berührt von Herzenswärme und Zuneigung der Trauergemeinde in Düsseldorf. Möge diese ihn „irgendwo da oben“ wärmen!
Wir waren seit dem 1. Studiensemester in der Theologie in Münster 1967 freundschaftlich verbunden, haben über 25 Jahre in vielfachen Gesprächen über Theologie, Philosophie, Musik etc. einen intensiven Austausch gepflegt und etliche gemeinsame Reisen unternommen in Frankreich, Polen, Russland und die baltischen Länder sowie Kiew, Armenien und Georgien. Seine genialen Improvisationskonzerte habe ich oft miterleben können. Im Jahr 1986 haben wir uns an einem einem Sammelband über „Männer und Religion“ beteiligt (Rowohlt). Aber seit vielen Jahren haben wir uns aus den Augen verloren. Trotzdem bleibt der Freund in meinem Gedächtnis bestehen.
Im Herbst 1996 bin ich Gustav das erste Mal begegnet, im Sekretariat der Kirchenmusikhochschule Düsseldorf. Auf der Suche nach einem neuen Orgellehrer wurde ich dort von ihm direkt „mitgenommen“.
Mit großer Trauer nehme ich nun Abschied von einem Menschen, den ich als Lehrer, Mentor und treuen Freund erleben durfte. Dafür bin ich unglaublich dankbar.
Gott hat ihn zur Ruhe gelegt und gibt Trost und Hoffnung – Hoffnung auf ein Wiedersehen, wenn Jesus wiederkommt (1. Thess. 4, 16 + 17).
Ein liebenswerter,genialer Kollege ist gestorben…
Das macht mich sehr traurig …
Gustav Adolf war 9 Jahre lang mein Klassenkamerad am Gymnasium Laurentianum in Warendorf. Er besaß eine außergewöhnliche musikalische Begabung. Ich durfte sein Sitznachbar und guter Schulfreund sein. Nach dem Abitur verloren wir uns leider aus den Augen. Ich bin dankbar, einen so liebenswerten Menschen wie Gustav Adolf gekannt zu haben.
Hiermit möchte ich auch meine große Trauer und voller Dankbarkeit zum Ausdruck bringen.
Gustav Adolf Krieg (Kurzgenannt: GAK) hatte mir meine ersten Sprünge verholfen in die Improvisationen von alten Choräle.
Ich war damals sogar im C-Seminar sein persönlicher DJ bei seiner Schallplatten. Was mich sehr bewegte war damals bei meiner ersten C-Prüfung in Düsseldorf als er auf mich bei einem Italiener einlud.
Möge Gustav nun in Frieden unseres Gottes ruhen. Danke dass es dich gab und gegeben hat. Amen.
9 Jahre gemeinsame Schulzeit! Danach haben wir uns aus den Augen verloren, Sein Tod weckt Erinnerungen an einen außergewöhnlichen, „anderen“ Mitschüler, dessen sehr gute Leistungen, aber besonders sein geniales Klavierspielen heimliche Anerkennung, oft aber auch unfaires Verhalten unsererseits, auch einiger Lehrkräfte, ihm gegenüber hervorrief. Was bleibt ist das positive Denken an diesen liebenswerten Menschen Gustav.
An seiner Beisetzung kann ich nicht teilnehmen.
Ich habe Herrn Krieg im Studium als Dozent für Musikgeschichte und Hymnologie kennengelernt. Das waren für mich unvergessliche Stunden, wenn er unrasiert, mit verschmierter Brille, das MGG unterm Arm, in den Unterricht kam und in unnachahmlicher Weise völlig frei eindrucksvolle Vorträge hielt,
Ich habe mich gefreut, dass er sich dann bereit erklärte, meine Examensarbeit zu betreuen, die eine Urfassung meiner späteren Pop-Klavierschule für Kirchenmusiker war.
Er war aber eben nicht nur ein beeindruckender Denker, sondern auch ein zugewandter, herzlicher Mensch mit einem wundervollen Humor.
Ich denke gern an diese Zeit zurück und glaube und hoffe, dass er in Gottes Hand geborgen ist.
Ich bin dankbar, dass ich ihn kennen durfte.
Gustav Adolf Krieg hat mich durch sein Denken und Musizieren stark geprägt. Er konnte weit denken! Gleichzeitig war er ein aufmerksamer Beobachter und einfühlsamer Mitmensch. Allen, die ihm nahestanden wünsche ich Trost und Zuversicht!